Wer mit einem defekten Auto liegen bleibt, möchte das Fahrzeug sicher und möglichst preiswert nach Hause oder in eine Werkstatt bringen. Die günstigste Lösung hängt davon ab, ob die Panne bereits passiert ist, ob ein Schutzbrief vorhanden ist und wie weit das Auto transportiert werden muss.
Auf der Autobahn gelten außerdem strengere Regeln als auf einer normalen Landstraße. Nicht jede billige Lösung ist dort erlaubt oder sicher.
Zuerst prüfen: Muss das Auto überhaupt abgeschleppt werden?
Die preiswerteste Lösung ist eine Reparatur direkt am Pannenort. Häufige Ursachen wie eine leere Starterbatterie, ein lockerer Kontakt oder ein beschädigter Reifen lassen sich möglicherweise vor Ort beheben.
Auf der Autobahn darf jedoch nur gearbeitet werden, wenn keine zusätzliche Gefahr entsteht. Das Fahrzeug muss möglichst auf dem Standstreifen, einem Parkplatz oder in einer Nothaltebucht stehen. Fahrer und Insassen sollten das Auto auf der vom Verkehr abgewandten Seite verlassen und hinter der Leitplanke warten.
Ist eine sichere Reparatur vor Ort nicht möglich, muss professionelle oder private Abschlepphilfe organisiert werden.
Möglichkeit 1: Vorhandenen Schutz kostenlos nutzen
Bevor ein Abschleppdienst bestellt wird, sollten diese Unterlagen geprüft werden:
- Kfz-Versicherung
- Kfz-Schutzbrief
- Mobilitätsgarantie des Fahrzeugherstellers
- Gebrauchtwagengarantie
- Leasing- oder Finanzierungsvertrag
- Automobilclub-Mitgliedschaft
Besteht bereits ein Schutz, ist dies die günstigste professionelle Lösung. Wichtig ist, immer zuerst die dort angegebene Notrufnummer anzurufen. Wer eigenmächtig einen Abschleppdienst bestellt, erhält möglicherweise nur einen Teil der Kosten zurück.
Bei AdmiralDirekt werden die Kosten der organisierten Pannenhilfe und des Abschleppens ohne feste Begrenzung übernommen. Das Fahrzeug wird allerdings nur zur nächsten Fachwerkstatt gebracht. Beauftragt der Versicherte den Abschleppdienst selbst, beträgt die Erstattung höchstens 150 Euro.
Möglichkeit 2: Ein günstiger Kfz-Schutzbrief
Wer sich vorbeugend absichern möchte, bekommt einen einfachen Kfz-Schutzbrief bereits für wenige Euro im Jahr. Die HUK-Coburg nennt beispielsweise Preise ab 11 Euro jährlich, AdmiralDirekt ab 9 Euro.
Das ist normalerweise die günstigste Methode, um bei einer zukünftigen Panne einen professionellen Abschleppdienst zu erhalten.
Ein einfacher Schutzbrief eignet sich, wenn:
- nur ein bestimmtes Auto abgesichert werden soll,
- das Abschleppen zur nächsten Fachwerkstatt genügt,
- keine bestimmte Wunschadresse verlangt wird,
- das Auto nicht regelmäßig von verschiedenen Personen gefahren wird.
Bereits ein einziger Abschleppvorgang kann mehr kosten als viele Jahre Schutzbriefbeitrag. Der Nachteil bleibt die eingeschränkte Wahl des Abschleppziels.
Möglichkeit 3: Abschleppen durch Freunde oder Bekannte
Auf einer Landstraße kann das private Abschleppen mit einem zweiten Auto die billigste unmittelbare Lösung sein. Kosten entstehen dann hauptsächlich für Kraftstoff sowie gegebenenfalls für Abschleppseil oder Abschleppstange.
Diese Lösung kommt aber nur infrage, wenn:
- das defekte Fahrzeug noch sicher gelenkt und gebremst werden kann,
- die Warnblinkanlagen beider Fahrzeuge funktionieren,
- geeignete Abschleppösen vorhanden sind,
- das Fahrzeug laut Bedienungsanleitung abgeschleppt werden darf,
- beide Fahrer die nötige Erfahrung besitzen,
- nur eine kurze Strecke zurückgelegt wird.
Eine Abschleppstange ist sicherer als ein Seil, weil sie verhindert, dass das hintere Auto beim Bremsen auf das Zugfahrzeug auffährt. Beide Fahrzeuge müssen während des Abschleppens die Warnblinkanlage einschalten.
Bei Automatik-, Hybrid- und Elektrofahrzeugen kann das Ziehen mit angetriebenen Rädern schwere Schäden verursachen. Hier entscheidet ausschließlich die Abschleppanweisung des Fahrzeugherstellers. Im Zweifel muss das Auto vollständig auf einen Transporter geladen werden.
Privates Abschleppen auf der Autobahn
Bleibt das Auto auf der Autobahn liegen, darf es privat abgeschleppt werden. Die Autobahn muss aber an der nächsten Ausfahrt verlassen werden. Mit einem bereits abgeschleppten Fahrzeug darf nicht neu auf die Autobahn aufgefahren werden. Das schreibt § 15a StVO vor.
Ein Freund darf das Auto deshalb nicht mit einem Abschleppseil über die Autobahn bis nach Hause ziehen. Er kann es höchstens bis zur nächsten Ausfahrt und anschließend zu einer nahe gelegenen sicheren Stelle oder Werkstatt bringen.
Hinzu kommt das erhebliche Unfallrisiko beim Ankuppeln auf dem Standstreifen. Steht das Fahrzeug dicht am fließenden Verkehr, ist ein professioneller Abschleppdienst trotz der höheren Kosten die vernünftigere Lösung.
Möglichkeit 4: Freund mit Autotransportanhänger
Für einen längeren Transport nach Hause kann ein Autotransportanhänger preiswert sein, wenn im Freundeskreis bereits Folgendes vorhanden ist:
- geeignetes Zugfahrzeug mit Anhängerkupplung,
- zugelassener Autotransportanhänger,
- ausreichende Anhänge- und Stützlast,
- erforderliche Fahrerlaubnis,
- Verladerampen, Seilwinde und geprüfte Zurrmittel,
- Erfahrung beim Verladen und Sichern von Fahrzeugen.
Das defekte Auto wird dabei vollständig auf den Anhänger geladen. Es wird nicht mit einem Seil gezogen. Damit ist auch ein längerer Transport über Autobahnen möglich.
Die zulässigen Gewichte müssen unbedingt eingehalten werden. Ein normaler Führerschein der Klasse B genügt für viele Kombinationen aus Zugfahrzeug, schwerem Anhänger und geladenem Pkw nicht. Häufig wird Klasse BE benötigt.
Diese Methode ist besonders günstig, wenn Fahrzeug, Anhänger und Fahrer bereits verfügbar sind. Muss der Transporter erst gewerblich gemietet werden, kommen Mietpreis, Kraftstoff, Kaution und eventuell Kilometerkosten hinzu.
Auf dem Standstreifen sollte ein privater Autotransporter nur eingesetzt werden, wenn das Verladen ohne Gefährdung möglich ist. Andernfalls muss zunächst ein professioneller Dienst das Fahrzeug von der Gefahrenstelle entfernen.
Möglichkeit 5: Abschleppdienst selbst beauftragen
Besteht kein Schutzbrief und ist private Hilfe nicht möglich, bleibt ein gewerblicher Abschleppdienst. Die Preise unterscheiden sich nach Entfernung, Region, Uhrzeit, Fahrzeug und Aufwand.
Für die ersten zehn Kilometer werden häufig etwa 120 bis 200 Euro berechnet. Weitere Kilometer können ungefähr drei Euro kosten. Nacht-, Sonn- und Feiertagszuschläge erhöhen den Preis. Ein Transport über 100 Kilometer kann mehr als 500 Euro kosten.
Wer nicht in einer akuten Gefahrenlage steht, sollte vor der Beauftragung fragen:
- Was kostet Anfahrt und Verladung?
- Wie viele Kilometer sind enthalten?
- Welche Zuschläge fallen an?
- Wird nach Kilometern oder Zeit abgerechnet?
- Was kostet die Unterstellung?
- Ist der genannte Preis ein verbindlicher Endpreis?
- Kann das Auto zu einer frei gewählten Adresse gebracht werden?
Die Vereinbarung sollte möglichst per SMS oder E-Mail bestätigt werden.
Günstiger Trick bei langen Entfernungen: Transport aufteilen
Soll das Auto weit entfernt nach Hause gebracht werden, ist ein sofortiger Langstreckentransport häufig die teuerste Variante.
Günstiger kann dieser Ablauf sein:
- Das Fahrzeug wird nur von der Autobahn zur nächsten sicheren Werkstatt oder auf einen Abstellplatz gebracht.
- Anschließend werden in Ruhe Angebote für einen Fahrzeugtransport eingeholt.
- Ein Freund mit geeignetem Autotransportanhänger oder ein günstiger Rücktransportdienst bringt das Auto später nach Hause.
Dadurch entfallen möglicherweise Nacht- und Notdienstzuschläge für die gesamte Strecke. Zu beachten sind allerdings Standgebühren. Deshalb muss vorher geklärt werden, was jeder zusätzliche Tag kostet.
Welche Lösung ist am günstigsten?
| Situation | Günstigste sinnvolle Lösung |
|---|---|
| Kleine, vor Ort behebbare Panne | Starthilfe oder Reparatur vor Ort |
| Schutzbrief bereits vorhanden | Notrufzentrale des Schutzbriefs anrufen |
| Vorsorge für zukünftige Pannen | Einfacher Kfz-Schutzbrief ab etwa 9–20 Euro jährlich |
| Kurze Strecke auf einer Landstraße | Erfahrener Freund mit Abschleppstange |
| Autobahnpanne | Schutzbrief oder professioneller Abschleppdienst |
| Weiter Transport nach Hause | Autotransportanhänger aus dem Freundeskreis |
| Bereits liegen geblieben, ohne Absicherung | Kurzer Nottransport, danach Angebote für Rücktransport vergleichen |
| Wunschadresse innerhalb 100 km | Tarif mit Wunschort, beispielsweise ADAC Premium |
Fazit
Die absolut billigste Methode ist private Hilfe durch einen Freund. Auf einer Landstraße kann ein kurzes Abschleppen mit einer Abschleppstange fast nur den Kraftstoff kosten. Auf der Autobahn darf jedoch nur bis zur nächsten Ausfahrt abgeschleppt werden, und das Ankuppeln auf dem Standstreifen kann lebensgefährlich sein.
Die günstigste planbare und professionelle Lösung ist deshalb ein einfacher Kfz-Schutzbrief für ungefähr 9 bis 20 Euro jährlich. Er bringt das Auto allerdings meistens nur zur nächsten Fachwerkstatt.
Soll das Fahrzeug nach einer Autobahnpanne über eine längere Strecke nach Hause, ist ein vorhandener Autotransportanhänger im Freundeskreis am preiswertesten. Ohne eigene Transportmöglichkeit ist es häufig günstiger, zunächst nur die Gefahrenstelle räumen zu lassen und den längeren Fahrzeugtransport anschließend in Ruhe zu organisieren.