Die Aufgabe des Ventildeckel (Zylinderkopfdeckel)
Der Ventildeckel, oft auch als Zylinderkopfdeckel bezeichnet, bildet den oberen Abschluss eines stehenden Viertakt-Verbrennungsmotors.
Der Ventildeckel spielt eine entscheidende Rolle im Ventiltrieb eines Motors. Er schützt die oberen Komponenten und verhindert das Austreten von Motoröl, während gleichzeitig das Eindringen von Luft unterbunden wird. In modernen Motoren herrscht häufig ein leichter Unterdruck, der sicherstellt, dass schädliche Gase und Dämpfe nicht entweichen können. Zudem beherbergt der Ventildeckel in der Regel die Öleinfüllöffnung samt Verschluss. Bei Motoren, die mit einer obenliegenden Nockenwelle ausgestattet sind – oft betrieben über eine Steuerkette, wie es bei vielen Modellen von Daimler-Benz, BMW und einigen Audi-Fahrzeugen der Fall ist – sind auch die Nockenwellen-Kettenräder im Ventildeckel integriert. Um eine optimale Dichtheit zum Zylinderkopf zu gewährleisten, wird häufig eine U-förmige Dichtung aus Kunststoff, die als Ventildeckeldichtung bekannt ist, verwendet. Während in der Vergangenheit oft Kork- oder Pressstoffdichtungen eingesetzt wurden, sind heutzutage Gummi- oder Kunststoffdichtungen gängig. Bei älteren Motoren gestaltet sich der Austausch gegen moderne Dichtungen in der Regel unkompliziert. Mit der Zeit können diese Dichtungen jedoch porös werden und müssen ausgetauscht werden, um ein Austreten von Öl zu verhindern. Wenn Öl auf heiße Teile der Abgasanlage tropft, kann dies im schlimmsten Fall sogar zu einem Brand führen. Einige sehr alte Motoren besitzen keinen Ventildeckel, wodurch der Ventiltrieb sichtbar ist und seine Bewegungen direkt beobachtet werden können. In solchen Konstruktionen kann das Schmieröl direkt in die Umgebung gelangen.
Mögliche Symptome einer undichten Ventildeckeldichtung
Wenn die Ventildeckeldichtung undicht ist, sind insbesondere Ölaustritte sichtbar, die Aufschluss über das Ausmaß des Lecks geben können. Ein deutliches Zeichen für eine defekte Ventildeckeldichtung sind Ölrückstände rund um den Zylinderkopf. Dies lässt sich oft durch eine „Ölfeuchte“ an den Zündkerzen feststellen. Bei kontinuierlichen oder größeren Lecks kann zudem die Bildung von Tropfen sichtbar werden.
- Ölflecken: Die Ölflecken sind das am einfachsten zu erkennende Symptom einer undichten Ventildeckeldichtung. Sie können sich unter dem Motor, am Zylinderkopf oder an anderen Stellen im Motorraum befinden.
- Ölgeruch: Das austretende Öl kann auf andere heiße Bereiche des Motors tropfen, wie den Kraftstoffeinlass oder die Auspuffrohre. Dies kann zu einem brennenden Ölgeruch führen.
- Erhöhter Ölverbrauch: Eine undichte Ventildeckeldichtung kann dazu führen, dass Öl in den Brennraum gelangt. Dies kann zu einem erhöhten Ölverbrauch führen.
- Öldruckkontrollleuchte: Bei einem starken Ölverlust kann die Öldruckkontrollleuchte aufleuchten. Dies ist ein Zeichen dafür, dass der Motor nicht ausreichend mit Öl versorgt wird.
Ventildeckeldichtung reparieren
Die Reparatur einer undichten Ventildeckeldichtung ist mit Kosten zwischen 100 und 500 Euro verbunden.
- Selbst reparieren: Wenn Sie über etwas Fachwissen verfügen, können Sie die Reparatur selbst durchführen. Die Kosten für das Ersatzteil belaufen sich auf 10 bis 50 Euro. Die Reparaturzeit beträgt etwa 3 Stunden.
- In der Werkstatt reparieren lassen: In der Werkstatt zahlen Sie zusätzlich zum Ersatzteil zwischen 80 und 100 Euro je Stunde. Die Reparaturzeit beträgt etwa 3 Stunden.
Die Reparatur einer undichten Ventildeckeldichtung ist eine relativ kostengünstige Reparatur. Es ist jedoch wichtig, die Reparatur so schnell wie möglich durchzuführen, um Schäden am Motor zu vermeiden.