Die Werkstattrechnung fällt oft deutlich höher aus als erwartet. Dabei gibt es zahlreiche Wartungsarbeiten und kleinere Reparaturen, die auch technisch weniger erfahrene Autobesitzer selbst durchführen können. Mit etwas Werkzeug, einer guten Anleitung und etwas Geduld lassen sich oft viele hundert Euro pro Jahr sparen.
Allerdings gilt: Arbeiten an Bremsen, Lenkung, Airbags oder Hochvoltsystemen von Elektroautos gehören grundsätzlich in die Hände von Fachwerkstätten.
Scheibenwischer wechseln
Zu den einfachsten Arbeiten überhaupt gehört der Austausch der Scheibenwischer.
Werkstattkosten: etwa 30 bis 80 Euro
Selbst erledigen: 10 bis 30 Euro für neue Wischerblätter
Der Wechsel dauert meist nur wenige Minuten und erfordert in der Regel kein Werkzeug.
Innenraumfilter tauschen
Ein verschmutzter Pollenfilter verschlechtert die Luftqualität im Fahrzeug und belastet die Klimaanlage.
Werkstattkosten: 50 bis 120 Euro
Materialkosten: 10 bis 30 Euro
Je nach Fahrzeug befindet sich der Filter hinter dem Handschuhfach oder im Motorraum.
Luftfilter wechseln
Auch der Motorluftfilter lässt sich bei vielen Fahrzeugen problemlos ersetzen.
Werkstattkosten: 40 bis 100 Euro
Materialkosten: 10 bis 25 Euro
Meist müssen lediglich einige Schrauben oder Klammern gelöst werden.
Glühlampen austauschen
Defekte Lampen gehören zu den häufigsten kleinen Reparaturen.
Je nach Fahrzeug können selbst gewechselt werden:
- Standlicht
- Kennzeichenbeleuchtung
- Innenraumbeleuchtung
- Blinker
- teilweise Halogen-Hauptscheinwerfer
Bei modernen Fahrzeugen ist der Zugang allerdings manchmal deutlich schwieriger.
Batterie wechseln
Eine schwache Starterbatterie kann meist problemlos ersetzt werden.
Werkstattkosten: 180 bis 350 Euro
Selbst wechseln: häufig 80 bis 180 Euro
Bei neueren Fahrzeugen muss die Batterie teilweise elektronisch angelernt werden.
Räder wechseln
Wer Sommer- und Winterreifen besitzt, kann den saisonalen Radwechsel oft selbst erledigen.
Benötigt werden:
- Wagenheber
- Drehmomentschlüssel
- Radkreuz oder Schlagschrauber
Ein Drehmomentschlüssel ist dabei unverzichtbar.
Reifendruck kontrollieren
Zu niedriger Reifendruck erhöht den Kraftstoffverbrauch und den Reifenverschleiß.
Die Kontrolle dauert nur wenige Minuten und sollte regelmäßig erfolgen.
Motoröl kontrollieren
Der Ölstand sollte regelmäßig geprüft werden.
Bei älteren Fahrzeugen erfolgt dies über den Ölmessstab, viele moderne Fahrzeuge zeigen den Ölstand elektronisch an.
Scheibenwaschanlage auffüllen
Eine Kleinigkeit mit großer Wirkung.
Besonders im Winter sollte Frostschutz verwendet werden.
Kühlmittel kontrollieren
Der Kühlmittelstand kann meist selbst überprüft werden.
Wichtig:
Nur am kalten Motor den Behälter öffnen.
Sicherungen wechseln
Fällt beispielsweise:
- das Radio,
- die Innenbeleuchtung,
- der Zigarettenanzünder oder
- die Sitzheizung
aus, steckt häufig lediglich eine defekte Sicherung dahinter.
Zündkerzen wechseln
Bei vielen Benzinmotoren können Zündkerzen selbst ersetzt werden.
Hierbei sollte jedoch unbedingt das vorgeschriebene Anzugsdrehmoment eingehalten werden.
Fahrzeugpflege spart Reparaturen
Auch Pflege zählt letztlich zur Werterhaltung.
Dazu gehören:
- Lack konservieren
- Unterboden reinigen
- Türdichtungen pflegen
- Gummis mit Silikon behandeln
- Wasserabläufe reinigen
Dadurch lassen sich teure Rostschäden oft verhindern.
Kleine Kratzer beseitigen
Mit Politur oder Lackstiften lassen sich viele oberflächliche Beschädigungen selbst entfernen.
Dadurch bleibt der Lack besser geschützt.
OBD-Diagnose selbst durchführen
Schon für 20 bis 50 Euro gibt es OBD2-Adapter, mit denen sich Fehlerspeicher auslesen lassen.
Das ersetzt zwar keine professionelle Diagnose, kann aber erste Hinweise liefern und unnötige Werkstattbesuche vermeiden.
Arbeiten, die man lieber Fachleuten überlässt
Folgende Reparaturen sollten aus Sicherheitsgründen nicht ohne entsprechende Fachkenntnisse durchgeführt werden:
- Bremsanlage
- Airbags
- Lenkung
- Fahrwerk
- Zahnriemenwechsel
- Kupplung
- Automatikgetriebe
- Klimaanlagen mit Kältemittel
- Hochvoltsysteme bei Elektro- und Hybridfahrzeugen
- Achsvermessung
Hier können bereits kleine Fehler erhebliche Sicherheitsrisiken verursachen.
Wie viel lässt sich tatsächlich sparen?
Wer regelmäßig einfache Wartungsarbeiten selbst übernimmt, kann pro Jahr durchaus mehrere hundert Euro sparen.
Typische Einsparmöglichkeiten:
| Arbeit | Mögliche Ersparnis |
|---|---|
| Scheibenwischer | 20–50 € |
| Innenraumfilter | 30–90 € |
| Luftfilter | 20–70 € |
| Batterie wechseln | 50–150 € |
| Räder wechseln | 40–100 € pro Saison |
| Glühlampen | 20–80 € |
| Zündkerzen | 50–150 € |
Je nach Fahrzeug können sich die Einsparungen auf 300 bis 800 Euro pro Jahr summieren.
Fazit
Nicht jede Kfz-Reparatur gehört in die Werkstatt. Viele Wartungsarbeiten und kleinere Reparaturen lassen sich mit etwas Geschick selbst erledigen. Das spart Geld, vermittelt ein besseres Verständnis für das eigene Fahrzeug und hilft, kleinere Probleme frühzeitig zu erkennen. Dennoch sollte die eigene Sicherheit immer Vorrang haben. Bei sicherheitsrelevanten Bauteilen oder komplexen elektronischen Systemen ist der Gang zur Fachwerkstatt die bessere und oft auch günstigere Entscheidung.