LAUNCH KFZ Diagnose
Launch gehört weltweit zu den absoluten Schwergewichten und Pionieren im Bereich der professionellen OBD2-Fahrzeugdiagnose. Wer ein Diagnosegerät dieser Marke kauft, entscheidet sich für eine extrem tiefe Software-Datenbank, die in manchen Bereichen an Original-Herstellertester heranreicht.
Für den privaten Einsatz oder kleinere Werkstätten gibt es bei Launch-Geräten jedoch ein sehr klares Spannungsfeld zwischen technischer Höchstleistung und Schwächen beim Komfort.
Die Stärken: Warum Launch-Geräte so beliebt sind
- Extreme Software-Tiefe: Launch-Geräte basieren auf jahrzehntelanger Entwicklung. Sie unterstützen oft Steuergeräte, Marken und tiefgehende Funktionen (wie ECU-Codierung oder bidirektionale Stellgliedtests), bei denen günstigere Konkurrenten komplett aussteigen.
- Hervorragende Hardware-Qualität: Die Tablets (z. B. der bekannten LAUNCH X431-Serie) sind extrem robust gebaut. Sie sind für den harten Werkstattalltag konzipiert, sturzsicher und meist mit sehr guten Akkus ausgestattet.
- Enorme Markenkompatibilität: Egal ob europäische Premiummarken, asiatische Importe oder amerikanische Pick-ups – die Fahrzeugabdeckung ist eine der besten auf dem gesamten Markt.
Die Schwächen: Das sollten Sie vor dem Kauf wissen
- Gewöhnungsbedürftige Menüführung: Die Benutzeroberfläche wirkt im Vergleich zu modernen Apps (wie von Topdon) oft altbacken, verschachtelt und wenig intuitiv. Man muss sich in die Bedienung hineinfuchsen.
- Hohe Folgekosten (Update-Politik): Dies ist der wichtigste Punkt für Hobbyschrauber. Während Tochtermarken wie Thinkcar oder Topdon oft lebenslang kostenlose Updates bieten, verlangt Launch bei seinen Hauptgeräten nach 1 bis 2 Jahren teure jährliche Abos (oft zwischen 300 € und 600 €), um neue Automodelle freizuschalten. Positiv immerhin: Das Gerät sperrt sich nach Ablauf des Abos nicht, es bleibt auf dem letzten Stand einfroren.
- Die Übersetzung („Chinglish“): Wie bereits erwähnt, sind die deutschen Texte bei Launch oft holprig. Fachbegriffe werden teilweise wortwörtlich und damit falsch übersetzt.
Direktvergleich: Launch vs. Tochtermarken (Topdon / Thinkcar)
Um zu verstehen, wo Launch heute steht, hilft ein Blick auf die eigenen Tochtermarken. Launch lizenziert seine mächtige Diagnose-Datenbank an diese Tochterfirmen, vermarktet sie aber anders:
| Kriterium | LAUNCH (Hauptmarke) | TOPDON (Tochter) | THINKCAR (Tochter) |
|---|---|---|---|
| Zielgruppe | Profi-Werkstätten | Anspruchsvolle Schrauber | Preisbewusste Schrauber |
| Benutzeroberfläche | Funktionell, rustikal | Sehr modern & intuitiv | Solide, Android-basiert |
| Updates | Meist 1–2 Jahre gratis (danach teures Abo) | Oft lebenslang kostenlos | Oft lebenslang kostenlos |
| Funktionstiefe | Maximal (inkl. Codierungen) | Sehr hoch (fokussiert auf Service) | Sehr hoch (gute Allrounder) |
Fazit zur Marke Launch
Launch ist wie ein bewährter, aber etwas sturköpfiger Werkstatt-Meister: Technisch macht der Marke kaum jemand etwas vor, und wenn Sie tief in die Elektronik moderner Autos eingreifen müssen, ist Launch eine hervorragende Wahl.
Für Hobbyschrauber, die das Gerät nur alle paar Wochen nutzen, sind die Geräte aufgrund der Update-Kosten und der unübersichtlichen Menüs aber oft eine Nummer zu unhandlich. Hier bieten die Ableger Topdon oder Thinkcar das deutlich bessere, stressfreiere Gesamtpaket.